Es klingelt drei, viermal. Dann verschwommene Gesichter. Am einen Ende dampft der Herd, am nächsten wird umgezogen, dazwischen hängt man(n) zwischen aufstehen und Verabredung und ganz gegenüber die letzte gerade zwischen zwei Terminen. Die ersten zehn Minuten sind ein kleiner Redeschwall der Information. Wie geht’s euch? Was gibt’s Neues? Was habt ihr von den Anderen gehört?

In die ersten paar Minuten fließt das Vermissen der letzten Monate. Ein paar haben sich zwischendurch wiedergesehen. Nicht alle und viele nur von Bildschirm zu Bildschirm. Dann kommt Ruhe auf.

Okay, heißt es, wo haben wir das letzte Mal aufgehört? Darauf ein Kommentar, weil immer jemensch früh wieder losmuss und eine Entschuldigung von jemensch, der es erst später geschafft hat.

Erst in den ersten Sätzen der Planung entwickelt sich dann die Dynamik und der Fokus kehrt zurück. Wir wollen schließlich etwas schaffen. Neu anfangen. Alles anders machen oder zumindest so, dass es besser passt.

Diesmal machen wir uns eine Liste. Es geht uns nicht (mehr) nur darum, Slamtexte zu posten, sondern um einen Mehrwert, eine Vielfalt: An Textformen, an Stilen, an Hintergründen, an Inhalten. Alles dazwischen zieht sich. Jeder darf etwas dazu sagen, dann verliert sich eine oder einer (meistens eine, weil das Verhältnis häufig 3:1 ist) in den Details. Dabei finden wir etwas Neues.

Am Ende sind es meist nur noch zwei Gesichter, die sich dann in einer Grundsatzdiskussion verlieren. Die anderen sind schon weiter, im Tag, mit den Gedanken, mit den Textideen. Dann ein Auflegegeräusch und ein Termin auf Papier, an dem es weitergehen soll.

So geht das jetzt schon fast zwei Monate. Langsam haben wir genug geredet, To Dos verteilt und ausprobiert. Jetzt wird es Zeit, dass wir wieder loslegen und damit fangen wir jetzt an.