[von Laura Necker]

Ihr lieben,

Anlässlich eines Spaziergangs, den ich neulich unternommen habe und der in mir eine melancholische Stimmung über den Rückzug des Lebens während der Wintermonate ausgelöst hat, habe ich spontan ein kleines Etwas zwischen Prosa und Gedicht geschrieben.

Es hat nicht viel Tiefsinn,
Es ist nicht besonders lyrisch,
Es waren einfach nur meine Gedanken und ein wechselnd wohlig warmes und windig wehendes Gefühl,
Das ich versucht habe, möglichst wahrheitsgemäß einzufangen.

Viel Spaß beim Lesen!

Letzte herbstbunt gefärbte Blätter verwehen
und man kann erahnen,
dass wir gerade die letzten Sonnenstunden des Jahres zählen.

Die Natur gibt uns Anlass sich wieder nach Innen zu bewegen,
Unser Heim für Körper und Geist zu pflegen.
Vielleicht ist vieles ein bisschen eingestaubt
Über den Lauf der Zeit,
Vielleicht fühlt man sich noch nicht bereit,
Hat ein wenig Angst, vor den hauseigenen Geistern,
Es wird kälter und leiser,
Und so kann man die eigenen Gedanken wieder besser hören.

Niemand wird uns groß dabei stören,
Uns in unser Schneckenhaus zu verkriechen.
Ich freue mich schon, es zu dekorieren,
Mich in seinen unendlichen Windungen zu verlieren,
Mich mit Schokolade, Tee und Musik einzukringeln
Ab und zu bei Familie und Freundin am Telefon und mit Glück an der Haustür zu klingeln.

Es ist seltsam, sich nicht mehr draußen verstecken zu können,
Kein Sommer-Sonnen-spazierengehen,
bei dem unangenehme Gedanken verwehen,
Nicht mehr mit Freunden grillen und lachen,
Doch dafür freue ich mich auf andere Sachen.

Kekse backen und Weihnachtsfilme schauen,
Endlich mal wieder ein Puzzle zusammenbauen,
Oder an meinem Keyboard in die Tasten hauen.

Ich bin kein Wintermensch und werde es nie sein,
Aber nach dem Schreiben dieses Textes fällt mir wenigstens das Ein oder Andere ein,
Was man an dieser Zeit auch genießen kann.

Also gebt auf euch Acht,
Bleibt gesund und übersteht die gefühlt ewige Nacht,
Die nicht immer still und heilig ist,
Aber man muss nun mal das akzeptieren, was unveränderlich ist.

Es ist eine Zeit, in der man vieles vermisst,
Neben Sonne und warmen Wanderungen
Auch zwischenmenschliche Nähe und Umarmungen –
Aber deshalb ist es auch eine Zeit,
Die man so schnell nicht vergisst,
Und in der man für vieles plötzlich viel dankbarer ist.